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Die Stimmen
Im "St. Galler Tagblatt" vom 16. April 2010 erschien folgender Artikel von Corinne Allenspach 

Dem Gehirn auf die Sprünge helfen 

ENGELBURG. Monika Bischof hat ihr Gehirn schätzen gelernt. Nach einem Hirnschlag vor zehn Jahren musste sie mühsam jedes Wort wieder lernen. Jetzt hat sie eine eigene Praxis für Neurofeedback eröffnet. 

Wäre das Leben von Monika Bischof-Staub planmässig verlaufen, würde die gelernte Kranken- und Intensivschwester heute vermutlich bei der Spitex arbeiten. Dort wollte sie gerade ihre Teilzeitstelle antreten, als das Schicksal zuschlug. Am 26. August 2000 erlitt die Mutter der damals eineinhalbjährigen Ladina einen Hirnschlag. Mit 39 Jahren. 





Monika Bischof schliesst Tochter Ladina an die Elektroden an. 
(Bild: Bild: Corinne Allenspach) 

Halbseitig gelähmt, musste sich die Engelburgerin Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben kämpfen. «Ich wusste manchmal nicht, worüber die Leute redeten», sagt sie heute. Zwar habe sie die einzelnen Worte verstanden, das Ganze habe für sie aber keinen Sinn ergeben. Mit einem Schlag hatte sie auch ihre ganzen Englischkenntnisse verloren. Sie, die vorher auf «Proficiency-Level» war. 

Dass sie heute wieder normal sprechen kann, auch schwierige Fachliteratur versteht, einem Gespräch folgen und sich über längere Zeit konzentrieren kann und sogar ein eigenes Buch geschrieben hat (Tagblatt 16. 12.2008), verdanke sie zu einem grossen Teil der Neurofeedback-Therapie, die sie besuchte. «Für mich war rasch klar, dass ich mich selber auch zur Therapeutin ausbilde, sobald dies möglich ist», sagt Monika Bischof. 

Neurofeedback ist eine computergestützte Methode für die Hirnströme. Bei Menschen mit Depressionen, Migräne, Schlafstörungen, Konzentrations-, Aufmerksamkeits- oder Lernschwierigkeiten, sind die Hirnströme durcheinandergeraten. Das Gehirn muss sozusagen neu programmiert werden. Bei der Neurofeedback-Therapie geschieht dies mit einem individuellen Programm, bei dem Elektroden an den Kopf angeschlossen und ein Fim geschaut wird. Dieser ist Mittel zum Zweck. Laufen die Hirnströme falsch, stockt er. 

Weil das Gehirn den Film weiterschauen möchte, hilft es sich selber und schafft neue Neuronenverbindungen. 

Nichts für Ungeduldige 
Mit Esoterik habe das gar nichts zu tun, sagt Monika Bischof. «Neurofeedback gilt als alternative Heilmethode.» Wobei eine Heilung auf die Schnelle nicht möglich sei. 20 bis 30 Sitzungen seien nötig, bei Erwachsenen werde in der Regel eine Stunde Neurofeedback pro Woche gemacht und bei Kindern ein halbe Stunde. Besonders gute Ergebnisse erziele man bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen (ADS). 
Im Sommer 2009 hat Monika Bischof ihre Praxis «Brainplus» eröffnet, jetzt lädt sie erstmals zum Tag der offenen Tür. «Ich musste zuerst sicher sein, dass ich das Arbeitspensum schaffe», sagt sie. Denn auch zehn Jahre nach dem Hirnschlag denkt die Engelburgerin in kleinen Schritten. 

Sa, 24./So, 25. April, Tag der offenen Tür Praxis «Brainplus», 11.00– 18.00 Linerhofstrasse 1, Engelburg 


Quelle: Tagblatt Online (www.tagblatt.ch) 17. April 2010 11:28:0


 
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Tagblatt Online, 20. Februar 2014, 02:34 Uhr

Täglich das Gehirn trainieren



Monika Bischof schliesst ihren Mann Marcel an die Elektroden an. (Bild: Corinne Allenspach)

Nach einem Hirnschlag im Jahr 2000 war Monika Bischof einseitig gelähmt und konnte weder sprechen noch sich bewegen. Schritt für Schritt hat sich die Engelburgerin zurück ins Leben gekämpft. Dieses Wochenende feiert sie das fünfjährige Bestehen ihrer Praxis.
CORINNE ALLENSPACH

ENGELBURG. Bald 14 Jahre sind es her. 14 Jahre, in denen kein Tag verging, ohne dass Monika Bischof nicht an den 26. August 2000 gedacht hätte. Ein sonniger Samstag. Und der Tag, der ihr Leben verändert hat. Mit 39 Jahren erlitt die Engelburgerin, deren Tochter damals eineinhalb war, einen Hirnschlag. Die Folgen spürt sie immer noch. Aber heute ist nicht mehr jeder Handgriff ein Chrampf, wie direkt nach dem Schlag, als sie einseitig gelähmt war und weder reden noch sich bewegen konnte.

Als Mensch wieder gefragt
2008 hat Monika Bischof unter dem Titel «Schritt für Schritt – zurück ins Leben» ein Buch geschrieben, um anderen Hirnverletzten und deren Angehörigen Mut zu machen, auch nach einem schweren Schicksalsschlag nicht aufzugeben. Und 2009 hat sie sich selbständig gemacht. Mit Neurofeedback, einer computergestützten Methode für die Hirnströme. «Ich habe nicht gewusst, ob ich die Arbeit schaffen werde», sagt die heute 53-Jährige. Sie hat es geschafft. Dieses Wochenende kann sie das fünfjährige Bestehen ihrer Praxis feiern. Für die Engelburgerin eine doppelte Freude. Erstens war es stets ihr Ziel, wieder 50 Prozent zu arbeiten. Zweitens freut sie sich, wieder gefragt zu sein. «Nach dem Hirnschlag habe ich mir oft überlegt, wozu ich eigentlich noch nütze», sagt sie.

Nichts zu tun mit Esoterik

Monika Bischof bezeichnet ihre Selbständigkeit als «Glücksfall». Als Angestellte mit regelmässigen Arbeitszeiten ginge es nicht. Denn auch heute noch braucht sie viele Pausen, bereitet ihr vieles Mühe oder Schmerzen. Dass es ihr verhältnismässig gut gehe, habe sie hauptsächlich der Neurofeedbacktherapie zu verdanken, ist Monika Bischof überzeugt. Gute Resultate erziele die Therapie, die sie auch bei sich anwende, vor allem bei Menschen mit Lern-, Schlaf- oder Angststörungen, aber auch bei Burn-out. Dabei werden Elektroden am Kopf angeschlossen und dank individueller Therapie wird das Gehirn sozusagen neu programmiert. Mit Esoterik habe das gar nichts zu tun: «Neurofeedback gilt als alternative Heilmethode.»

Auch wenn Monika Bischof die Arbeit Spass macht, weil sie mit ihrem ursprünglichen Beruf als Krankenschwester zu tun hat – am liebsten würde sie wieder in der Intensivstation arbeiten, wie vor dem Hirnschlag. «Das wäre nach wie vor mein Traum.» Umso mehr freut sie sich, dass sie seit kurzem zweimal pro Jahr auf der Intensivstation vor Lernenden referieren darf: Als positives Beispiel nach einer Hirnverletzung. Und wo sieht sie sich in fünf Jahren? Die Engelburgerin muss nicht lange überlegen: «Ich habe gelernt, nicht mehr so weit im voraus zu planen.»

Offene Praxis brainplus.ch, Linerhofstrasse 1, Engelburg, morgen Freitag, 17–20 Uhr, Sa 10–17 Uhr

 
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